Impuls
Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Wie sprichst du eigentlich mit dir selbst, wenn niemand zuhört? Diese leise innere Stimme begleitet uns ständig, und bei vielen Menschen klingt sie strenger, als sie es bei einem geliebten Menschen je wäre.
„Das hättest du besser machen müssen.“ „Kein Wunder, dass du dich so fühlst.“ Solche Sätze kennst du vielleicht. Und wenn man sie lange genug hört, fühlen sie sich fast normal an. Dabei dürfte da ein anderer Ton sein, kein schönfärberischer, sondern ein freundlicher, der dich gerade in schweren Momenten begleitet.
Selbstmitgefühl heißt nicht, alles gutzuheißen
Es heißt, dich selbst zu halten, wenn du gerade fällst, und dich nicht noch zu stoßen, wenn du ohnehin verletzt bist. Sprich mit dir, wie du mit einem Menschen sprechen würdest, den du gernhast und der gerade leidet. Vielleicht so: „Kein Wunder, dass dir das nahegeht, das war viel.“ Oder: „Du gibst dein Bestes, auch wenn nicht alles gelingt.“
Warum das stärker macht als Härte
Selbstkritik motiviert selten, meistens macht sie klein. Selbstmitgefühl dagegen gibt Halt: Wer sich sicher fühlt, traut sich wieder etwas zu. Du musst nicht perfekt sein. Du darfst scheitern, du darfst weinen, und gerade dann weicher mit dir werden statt härter. Denn du bist nicht deine Fehler. Du bist ein Mensch auf seinem Weg, und der darf auch einmal holpern.
Der Ton macht die Musik. Und du darfst lernen, für dich selbst eine freundlichere Melodie zu wählen.