Wissenswert
Wartezeit & Übergang

Du hast dich überwunden, den ersten Schritt gemacht, vielleicht schon ein Erstgespräch geführt, und dann heißt es: warten. In vielen Regionen gibt es Wartezeiten auf einen Therapieplatz, manchmal Wochen, manchmal Monate. Das ist frustrierend und kann sich gerade in schweren Phasen hart anfühlen. Aber machtlos bist du in dieser Zeit nicht.
Warum es Wartezeiten gibt
Psychotherapie ist stark nachgefragt und nicht überall ausreichend verfügbar; die Kassensitze sind begrenzt. Auch wenn es sich unfair anfühlt: Es liegt nicht an dir, und es bedeutet nicht, dass dein Anliegen unwichtig wäre.
Was du in der Wartezeit tun kannst
Frag bei mehreren Praxen parallel an, das ist erlaubt und sinnvoll; viele führen Wartelisten oder vergeben kurzfristig frei werdende Termine. Nutze die psychotherapeutischen Sprechstunden, die zeitnah eine erste Einschätzung bieten und manchmal zu Zwischenlösungen führen. Manche Therapeutinnen begleiten dich in größeren Abständen, bis eine reguläre Therapie beginnen kann; auch Online- oder Gruppenangebote können je nach Bedarf helfen.
Und stärke deine Selbstfürsorge, das klingt klein, ist aber groß: Achtsamkeit, Schreiben, Bewegung in der Natur, kleine Alltagsrituale, bewusste Pausen und klare Grenzen. Erste Anregungen findest du in meinen Impulsen.
Wenn es akut wird
Wenn die Belastung akut wird, hol dir bitte sofort Unterstützung, bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, bei den Krisendiensten deiner Region oder in der Notfallambulanz einer psychiatrischen Klinik. Die Telefonseelsorge erreichst du rund um die Uhr, kostenfrei und anonym unter 0800 111 0 111.
Was du dir sagen darfst: „Ich habe mich auf den Weg gemacht, und das zählt.“ „Ich darf traurig oder wütend sein und trotzdem dranbleiben.“ Die Wartezeit ist keine Sackgasse, sondern ein Abschnitt, und du gehst ihn nicht umsonst. Wenn du magst, unterstütze ich dich mit Infos, Zwischenlösungen oder einem Gespräch, sobald Kapazitäten frei sind.